Azulcocha, Pumacocha & Kinsacocha - Unberührte Lagunen über Pisac, Peru

Die drei Lagunen bei Pisac – Ein verstecktes Juwel im Heiligen Tal

Pisac kennen die meisten für seine beeindruckenden Inka-Ruinen. Aber Hand aufs Herz: Wer von euch ist danach noch weitergefahren? Nur ein paar Kilometer höher verstecken sich drei Lagunen – Azulcocha, Pumacocha und Kinsacocha – ein echtes Juwel abseits der ausgetretenen Pfade.
Als das Wetter trotz Regenzeit vielversprechend aussah, beschlossen wir, diese Wanderung mit Freunden und Hunden zu unternehmen. Was als "kleine Wanderung" geplant war, wurde dann – ganz im peruanisch-spontanen Stil – zu einem ausgedehnten Abenteuer.

Los geht's nach Parú Parú
Von Pisac aus fuhren wir die asphaltierte Straße Richtung Ruinen hoch. An der Abzweigung zu den Ruinen fuhren wir geradeaus weiter, statt zu den Ruinen abzubiegen. Bald verwandelte sich der Asphalt in eine Schotterpiste. Unser Ziel: Parú Parú, ein kleines Dorf am Ende der Straße. Unterwegs hielten wir Ausschau nach handgeschriebenen Wegweisern – man möchte ja nicht plötzlich in irgendeinem anderen abgelegenen Andendorf landen! Am Ende der Straße kamen wir an eine Barriere und eine traditionell gekleidete Frau begrüsste uns und drückte uns die Eintrittskarten in die Hand. Der Eintritt kostet 5 Soles pro Person (etwa 1,20 Euro) und beinhaltet Parken und leckeren Kräutertee im Gemeinschaftshaus. Dort gibt's auch handgewebte Textilien zu kaufen. Wir empfehlen, diese Tour, auch wenn sie einfach erscheint, unbedingt mit einem ortskundigen Guide zu unternehmen. Denn hier sind wir in den Anden, nicht in den Alpen: keine Wegweiser mit Zeitangaben, kein Rettungshelikopter für den Notfall, und die schiere Größe der Anden macht die Orientierung zur Herausforderung.
Wir parkierten gleich beim Eingang, aber man kann auch bis zur Laguna Azulcocha weiter fahren.

Wanderung zu den drei Lagunen

Die blaue Lagune – Azulcocha
Los geht's! Wir wanderten auf einer Schotterpiste zusammen mit Schafen und Eseln und natürlich mit unseren Hunden, die Freude hatten, mal was Neues zu erschnuppern. In der Ferne sahen wir die typischen Andenhäuser inmitten dieser kargen Landschaft.
Zuerst umrundeten wir die Azulcocha – "azul" heißt blau, "cocha" bedeutet Lagune auf Quechua. Auf etwa 4.000 Metern ist das ein gemütlicher Start, um sich an die Höhe zu gewöhnen. Die Landschaft hier oben ist überraschend vielfältig: wollige Kakteen, Wildblumen und Vögel, darunter die Huallata, die Andengans.

Hoch zum Pass und zur Pumacocha
Nach etwa drei Vierteln der Umrundung zweigten wir rechts ab und stiegen zum Pass hoch. Wer noch kann, sollte vorher zur Pumacocha – der Weg ist steil und anstrengend, aber die Aussicht ist jeden Schweißtropfen wert!
Oben auf dem Pass legten wir eine kurze Rast ein und assen unser mitgebrachtes Picknick. Nur kurz, denn es blies uns ein kalter Wind um die Ohren. Aber dieser Blick über die Anden und die kargen Täler – einfach toll!

Abstieg zur Kinsacocha

Vom Pass ging's runter ins Tal. Wir hielten etwas rechts, um wirklich ins kleine Tal zu gelangen und nicht direkt zur Lagune Kinsacocha. Man kann nach dem Pass auch links halten und auf direktem Weg am linken Seeufer zurück zum Parkplatz wandern. Aber wir nahmen den interessanteren Weg durchs Tal – so überquert man einen Bach, und natürlich konnte ich es mir nicht verkneifen, ein Bad darin zu nehmen. Das Wasser war erstaunlicherweise ziemlich warm!
Danach ging's über Grasflächen, vorbei an einer Alpakaherde, durch Steinformationen bis zur dritten Lagune. "Kinsa" bedeutet drei auf Quechua – die Lagune hat also ihren Namen nicht von ungefähr.
Am See angekommen wanderten wir am rechten Ufer entlang, mit immer wieder tollen Ausblicken über die Lagune. Faszinierend war auch zu sehen, wie die Einheimischen hier oben auf über 4.000 Metern Kartoffeln anpflanzen.

Zurück beim Ausgangspunkt

Nach etwa 5 Stunden gemütlichem Wandern kamen wir beim Parkplatz an und genossen den versprochenen Kräutertee. Die Einheimischen waren sehr nett, und wir kauften ein gewebtes Band. Viele Touristen verirren sich nicht hierher, und noch weniger kaufen etwas. Uns ist es wichtig, direkt von den Herstellern zu kaufen statt in Touristenläden.
Ein kleiner Tipp allerdings: Nicht alles ist selbstgewebt. Genau hinschauen und mit ein paar Brocken Spanisch nachfragen lohnt sich!
Je nach körperlicher Fitness lässt sich diese Wanderung auch abkürzen. Ich war auch schon in der Trockenzeit dort – wie ihr auf einigen Bildern sehen könnt. Damals haben wir nur die Azulcocha umrundet, was etwa 1 Stunde dauert.

Lust bekommen auf dieses Juwel in den Anden? Dann helfen wir dir gerne, diesen tollen Ausflug in deine Reise zu integrieren!

Text & Bilder: Petra Zumstein (Backoffice & Content)

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