Amazonas oder Pantanal in Brasilien - wo siehst du mehr Tiere?

Zu Brasilien gehören der Amazonas und der Pantanal einfach dazu. Viele können sich etwas unter dem Amazonas vorstellen, aber nur wenige unter dem Pantanal. In diesem Beitrag erfährst du Wissenswertes über beide Regionen, wie du sie am besten bereist und welche Region sich für welche Reiseerlebnisse besonders eignet.
Amazonas
Pantanal
Der Amazonas-Regenwald – die grüne Lunge des Planeten
Tourist: „Habe ich da eben eine Sirene gehört?“
Guide: „Nein, das war der Weiße Glockenvogel.“


Einzigartige und manchmal auch furchteinflößende Geräusche im tiefsten Dschungel, üppige Vegetation, mächtige Flüsse, riesige Bäume und eine unglaubliche Artenvielfalt. Der mystische Amazonas ist voller Geheimnisse und fasziniert nicht nur mit seiner Tierwelt, sondern mit einem Naturerlebnis, das alle Sinne anspricht.

Welche Tiere sind im Amazonas-Regenwald zu sehen?
Das Gebiet ist die Heimat von Abertausenden Insektenarten, Zehntausenden Pflanzen sowie zahlreichen Vogel- und Säugetierarten. Bis 2005 wurden mindestens 40.000 Pflanzen, 3.000 Fischarten, knapp 2.000 Vogelarten, rund 430 Säugetierarten, 430 Amphibienarten und 380 Reptilienarten in der Region wissenschaftlich erfasst.

Wegen der Dichte und Undurchdringlichkeit des Regenwaldes wirst du jedoch nur einen Bruchteil aller Tiere zu sehen bekommen. Gut ausgebildete lokale Naturguides machen dich auf Tiere aufmerksam, die dein ungeschultes Auge selbst nicht entdecken würde.

So wirst du mit großer Wahrscheinlichkeit verschiedene Affenarten, Kaimane, Riesenflussotter, Faultiere, Tapire und Schlangen sowie mit etwas Glück auch Jaguare, Pumas und den rosa Flussdelfin beobachten können. Vögel wie Papageien und Tukane lassen sich häufig beobachten, und mit etwas Glück entdeckst du auch das Schopfhuhn. Ebenso begegnen dir zahlreiche Insekten und Schmetterlinge.
Wie kommst du dahin?
Am einfachsten ist es, eine Tour zu buchen, bei der alles inbegriffen ist. Eine Regenwald-Tour als Paket innerhalb einer längeren Reise oder separat, dann meistens ab Manaus, dem Angelpunkt für Ausflüge und Expeditionen in den Dschungel.

Die meisten Reisenden mögen es komfortabel, und darum ist der Aufenthalt in einer Lodge empfehlenswert. Dabei sind Transfers mit dem Boot, Übernachtungen, Mahlzeiten und Ausflüge mit einem Guide meistens inbegriffen. Du musst dich also um nichts kümmern.

Wenn du auf eigene Faust losziehen willst, solltest du sehr gut Portugiesisch sprechen, Land und Leute sowie die lokalen Gegebenheiten gut kennen.

Ideale Reisezeit
Der brasilianische Amazonas-Dschungel ist ganzjährig bereisbar. Für Dschungelwanderungen und Tierbeobachtungen eignen sich jedoch die trockeneren Monate von etwa Juni bis November am besten, da der Wasserstand dann tiefer ist und viele Wege besser zugänglich sind.
Pantanal – ein außergewöhnliches Ökosystem und Paradies für Tierbeobachtungen
Der Pantanal ist das größte Binnenfeuchtgebiet der Erde. Der Name leitet sich vom portugiesischen Wort „pântano“ ab, was Sumpf bedeutet. Dieses einzigartige Feuchtgebiet ist ungefähr halb so groß wie Deutschland und erstreckt sich zu rund 80 Prozent über Brasilien. Kleinere Teile liegen in Bolivien und Paraguay.
Es ist ein riesiges und ständig wechselndes Mosaik aus Savannen, Flüssen, seichten Lagunen sowie Fluss- und Trockenwäldern. Während der Regenzeit steht ein großer Teil des Gebiets unter Wasser. Die Tiere ziehen sich dann in höher gelegene Trockenwälder zurück.

In der Zeit von Juli bis September trocknet das Land zunehmend aus, und es bleiben kleine Seen und Tümpel zurück, die den Tieren als Tränke dienen. Darum ist diese Zeit auch die beste für Tierbeobachtungen.

Welche Tiere sind im Pantanal zu sehen?
Im Pantanal lebt eine der größten Jaguarpopulationender Welt. Die Tiere halten sich häufig an den Flussufern auf. Mit etwas Glück wirst du diese stolzen und eleganten Tiere zu sehen bekommen.

Außerdem gibt es Capybaras (Wasserschweine), Riesenflussotter, Ameisenbären, Tapire, Pumas, Ozelote, Affen, Kaimane, Sumpfhirsche, den größten Papagei der Welt – den Hyazinth-Ara –, den Riesenstorch Jabiru sowie Reiher, Tölpel und Tukane.
Wie kommst du dahin?
Wir empfehlen, mit dem Mietwagen im nördlichen Pantanal unterwegs zu sein. Von Cuiabá führt die Route zunächst nach Poconé, dem Ausgangspunkt der berühmten Estrada Transpantaneira. Schon auf der rund 150 km langen Piste mit ihren zahlreichen Holzbrücken lassen sich zahlreiche Tiere beobachten.
Am besten übernachtest du in einer Lodge, in der auch Tierbeobachtungstouren angeboten werden. Mit einem erfahrenen Guide wirst du deutlich mehr Tiere sehen als allein.
Wo lassen sich mehr Tiere beobachten?
Die Antwort lautet: Im Pantanal.

Das bedeutet allerdings nicht, dass es dort mehr Tierarten gibt als im Amazonas. Im Gegenteil: Der Amazonas-Regenwald ist eines der artenreichsten Ökosysteme der Erde und beherbergt unzählige Pflanzen- und Tierarten. Durch die dichte Vegetation, die hohen Baumkronen und die enorme Ausdehnung des Regenwaldes bleiben viele Tiere jedoch gut verborgen und sind selbst mit einem erfahrenen Guide nicht immer leicht zu entdecken.

Im Pantanal sind die Bedingungen für Tierbeobachtungen deutlich besser. Die offene Landschaft und die während der Trockenzeit schrumpfenden Wasserflächen sorgen dafür, dass sich viele Tiere an Flüssen, Lagunen und Wasserstellen sammeln. Dadurch lassen sie sich wesentlich einfacher beobachten.
Kaimane, Capybaras, Hyazinth-Aras, Jabirus und Riesenflussotter gehören fast schon zum Standardprogramm. Auch die Chancen, einen Jaguar in freier Wildbahn zu sehen, gehören im Pantanal zu den höchsten weltweit.

Unser Fazit: Möchtest du möglichst viele Tiere beobachten und fotografieren, ist der Pantanal die beste Wahl. Träumst du hingegen davon, in die geheimnisvolle Welt des Amazonas einzutauchen, den Geräuschen des Dschungels zu lauschen und eines der faszinierendsten Ökosysteme der Erde zu erleben, wirst du den Amazonas lieben.
Idealerweise kombinierst du beide Regionen auf einer Brasilienreise – denn sie unterscheiden sich grundlegend und ergänzen sich auf einzigartige Weise.

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